Leipziger Woche des Philosophierens

Die Leipziger Woche des Philosophierens bietet ein öffentliches Veranstaltungsprogramm für Erwachsene ab 16 Jahren und beleuchtet das Verhältnis von Philosophie, Kunst und Gesellschaft.

Das Programm mit Warm-up am 4. November, der Leipziger Langen Nacht der Philosophie am 21. November und zwei weiteren Veranstaltungen am 22. November stellen wir auf dieser Seite vor.

Unter dem Stichwort „Denkgestalten“ wendet sich das Festival "WAS WÄRE, WENN ...?" zudem vor allem an Kinder und Jugendliche, Schulklassen sowie an Pädagog:innen, Lehrer:innen und Interessierte. Zu den Veranstaltungen für junge Menschen und Lehrende ...

Das Programm 2025

WARM-UP

Club der toten Philosoph*innen: „Wozu Kunst?“ am 04.11.2025 von 19:00 bis 20:30 Uhr

Club der toten Philosoph*innen: „Wozu Kunst?“ (mit Immanuel Kant, Platon, Albert Camus und Joseph Beuys)

Intergenerationelle Veranstaltung - auch für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet
mit Prof. Dr. Thomas Kater, Dr. Till Ermisch, Dr. Svantje Guinebert und Melanie Sterba, Moderation: Dr. Rainer Totzke

Lebende Philosoph*innen der Universität Leipzig schlüpfen in die Rolle toter Philosoph*innen und besprechen miteinander (und dann auch mit dem Publikum) die Frage, was Kunst ist und wozu sie gut ist.

Zeit: 04.11.2025, 19:00-20:30 Uhr
Ort: Bibliotheca Albertina, Café Alibi, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig
Eintritt: frei, keine Anmeldung erforderlich

 

PODIUMSDISKUSSION

"Potenziale der Künste für das Philosophieren mit Kindern & Jugendlichen " am 20.11.2025 von 16:30 bis 18:00 Uhr

Potenziale der Künste für das Philosophieren mit Kindern & Jugendlichen

Podiumsdiskussion
mit Dr. Florian Wobser, Prof. Dr. Philipp Thomas, Cordula Möller, Eva Stollreiter, Moderation: Dr. Svantje Guinebert

Ob zwischen Praktiken des Philosophierens und denen der Kunst eher eine einander zugewandte Nähe oder klare Distanz besteht, ist umstritten. Eindeutig ist jedoch, dass phänomenologische und spekulative Kompetenzen etablierte Grundlagen des Philosophierens sind und auch Brückenschläge zur Kunst ermöglichen, sei es im rezeptionsästhetischen Rückgriff auf die Künste, die dann Impulse für das begriffliche Philosophieren bilden, sei es als Modelle für handlungs- und produktionsorientierte Ansätze auch in der Fachdidaktik Philosophie/Ethik. Diese können nicht zuletzt das Denken gestalten und als anschauliche Resultate des Philosophierens mit Kindern “Denkgestalten” ermöglichen.

Chancen künstlerischer Verfahren für das Philosophieren mit Kindern sollen auf dem Podium aus akademischen und schulpraktischen Perspektiven heraus und anhand konkreter Beispiele vorgestellt, aber auch in ihren Grenzen bzw. Risiken kritisch erörtert werden. Eigene Gedanken aus dem Publikum zu diesem interdisziplinären Spannungsfeld werden frühzeitig zugelassen, aufgegriffen und in diese Reflexion zu Potenzialen der Künste für das Philosophieren mit Kindern einbezogen.

Zeit: 20.11.2025, 16:30-18:00
Ort: Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Karl–Tauchnitz-Str. 9-11, 04107 Leipzig
Eintritt: frei, keine Anmeldung erforderlich

LEIPZIGER LANGE NACHT DER PHILOSOPHIE

Leipziger Lange Nacht der Philosophie: „Kunst und Krise“ am 21.11.2025 von 19:00 bis 23:30 Uhr

Leipziger Lange Nacht der Philosophie 2025: „Kunst und Krise“

Philosophische Denkimpulse, künstlerische Interventionen, choreografierte Gespräche
mit Prof. Dr. Marc Rölli, Heike Geißler, Prof. Dr. Andreas Gelhard, Lorenz Homolka, Prof. Stine Marie Jacobsen, Kurt Mondaugen und Dr. Veronika Reichl, Moderation: Dr. Jirko Krauß

Das Wort „Krise“ als Diagnosebegriff für die Gegenwart ist allgegenwärtig. Die Lange Nacht der Philosophie erforscht das Verhältnis von Kunst und Krise(n) – insbesondere in zwei Hinsichten:

Wie verhält sich die Kunst in und zu gesellschaftlichen Krisen? Ist die Kunst ‚nur‘ Spiegel krisenhafter gesellschaftlichen Entwicklungen oder artikuliert und verschärft die Kunst ihrerseits aktuelle Krisen? – Zum Beispiel indem Künstler*innen problematische überkommene Praktiken der Ausschließung von gesellschaftlichen Gruppen und Minderheiten vehement und oft auch aktivistisch in Frage stellen? – Von eher traditionalistischer Seite wird einer solchen Art sich als aktivistisch-gesellschaftskritisch verstehender Kunst gegenwärtig oft Ideologie und Besserwisserei unterstellt (und umgekehrt). Entsprechend scheint das Feld der Kunst aktuell immer mehr Bestandteil eines sich krisenhaft verschärfenden gesellschaftlichen Kulturkampfes zu werden. Die Lange Nacht der Philosophie versucht, die entsprechenden gegensätzlichen Positionen zu kartieren und kritisch miteinander ins Gespräch zu bringen.

Kann die aktive Auseinandersetzung mit und die Erfahrung von Kunst Menschen in gesellschaftlichen Krisensituationen stärken und ‚resilient‘ machen gegen die Tendenz zur geistigen Verengung oder Verzweiflung? – Die multiplen (auch kommunikativen) Krisen der Gegenwart können Menschen unvermittelt sowohl in Krisen materieller Art, aber auch in Identitätskrisen stürzen. Die Auseinandersetzung mit Kunst ist im gelingenden Fall oft mit einer – freiwilligen – Befragung (und manchmal sogar Transformation) des eigenen Selbst- und Weltbildes verbunden. – In diesem Sinne stellt sich die Frage: Kann die Erfahrung von Kunst dazu beitragen, dass man/frau mit krisenhaften Lebenssituationen resilienter, freier und selbstbestimmter umzugehen vermag? Ist das Vermögen zur Wahrnehmung von Kunst und zum eigenen künstlerischen Ausdruck in diesem Sinne etwas, das als Vermögen der Freiheit in einer freien Gesellschaft gerade jetzt stärker kultiviert werden sollte? Und treffen sich in diesem Punkt die Praxis des kritischen Philosophierens und die Praxis künstlerischer Artikulation und Selbstartikulation? – Sind sie beide „Handwerke der Freiheit“?

Die Lange Nacht der Philosophie befragt das Verhältnis von Kunst und Krise sowohl philosophisch und als auch performativ-künstlerisch – im gemeinsamen Gespräch mit dem Publikum und den eingeladenen Künstler*innen, Literat*innen und Philosoph*innen. Wie bei der Langen Nacht der Philosophie üblich, gibt es den ganzen Abend über in den verschiedenen Räumen des Budde-Hauses unterschiedliche Impulsbeiträge, Interventionen und Gesprächssettings. Den Eröffnungsimpuls des Abends gibt Marc Rölli (Professor für Theorie an der HGB Leipzig) mit einem Vortrag mit dem Titel „Kunst und Ideologie – Ein Beitrag zu Theorie der Gegenwart“.

Ablauf:

18:15 Uhr Einlass
Foyer: Sie können die von ihnen gewünschten Themenräume in Slot 1 und Slot 2 auswählen - ist ein Themenraum bereits ausgebucht, können wir ggf. nicht alle Wünsche erfüllen)

19:00-20:00 Uhr Eröffnung und Vortrag
Saal: Begrüßung - Dr. Jirko Krauß - und Eröffnungsvortrag "Kunst oder Ideologie? - Ein Beitrag zur Theorie der Gegenwart" - Prof. Dr. Marc Rölli

20:15-21:00 Uhr Slot 1
Saal: Themenraum "Verzweiflungen" (Buchlesung) - Heike Geißler
Musikzimmer: Themenraum "Selbstironisches Imaginieren: Imagination als subversive Kraft individueller und gesellschaftlicher Transformation" - Lorenz Homolka
Salon: Themenraum "Direct Approach: Gewalt durch Literatur, Film und Nachrichten neu denken" - Prof. Stine Marie Jakobsen

21:30-22:15 Uhr Slot 2
Saal: Themenraum "Kritik und Krise‘ revisited – Der Kampf um die Deutung der Aufklärung" - Prof. Dr. Andreas Gelhard
Musikzimmer: Themenraum "Versuch einer Orientierung: Ein Krise-und-Kunst-Kartenlegespiel" (Projektvorstellung und Mini-Workshop) - Veronika Reichl
Salon: Themenraum "VOM VERSCHWINDEN – Wie ein kollaboratives künstlerisch-philosophisches Forschungsprojekt das weltweite Artensterben aufhalten könnte …" - Kurt Mondaugen

22:30-23:30 Uhr Abschluss
Saal: Podiums- und Publikumsdiskussion "Kunst und Krise" - mit allen sechs Beteiligten Akteur:innen; Moderation Dr. Jirko Krauß

Akteur*innen: Prof. Dr. Marc Rölli (Philosoph, HGB Leipzig), Heike Geißler (Schriftstellerin, Leipzig), Prof. Dr. Andreas Gelhard (Philosoph, Universität Leipzig), Lorenz Homolka (Philosophischer Praktiker, Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis), Prof. Stine Marie Jacobsen (Künstlerin, HGB Leipzig), Kurt Mondaugen (Autor, Performer, Philosoph - Leipzig), Dr. Veronika Reichl (Künstlerin und Theoretikerin, Expedition Philosophie e.V. - Berlin), Moderation: Dr. Jirko Krauß (Philosoph und Philosophischer Praktiker, Transformatorenwerk Leipzig e.V.)

>>>PROGRAMMHEFT ZUM DOWNLOAD<<<

Zeit: 21.11.2025, 19:00-23:30 Uhr
Ort: Budde-Haus, Lützowstraße 19, 04157 Leipzig
Eintritt: 9,00 Euro (ermäßigt 7,00 Euro)
Kartenreservierung: Tel. 0341-90960037, ticket@buddehaus.de

 

DENKEN IM GEHEN

Philosophischer Kunstrundgang im Bildermuseum: „Mit Kunst philosophieren“ am 22.11.2025 von 11:00 bis 12:30 Uhr

Mit Kunst philosophieren – Philosophischer Kunstrundgang im Bildermuseum

Intergenerationelle Veranstaltung – auch für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet
mit dem Kunstvermittler und Philosophischen Praktiker Georg Herzberg

Was erzählt uns ein Gemälde jenseits von Farben und Formen? Welche Fragen an das Leben, die Gesellschaft oder die Wahrheit wirft es auf?

Herzliche Einladung zu einem besonderen Kunsterlebnis: Bei unserem philosophischen Rundgang im Museum der Bildenden Künste treten Kunst und Philosophie in einen inspirierenden Dialog. Gemeinsam betrachten wir ausgewählte Werke aus ungewohnten Blickwinkeln, stellen Fragen statt Antworten in den Vordergrund und öffnen Raum für persönliche Deutungen und gemeinsames, intergenerationelles Nachdenken. Darüber hinaus werden wir versuchen, auch das Unsagbare, Fremde, Andere in der Begegnung mit der Kunst zu vergegenwärtigen und im Polylog zur Sprache zu bringen ... oder aber gemeinsam zu schweigen und uns betrachtend berühren zu lassen von den Eigenwilligkeiten der ausgestellten Werke der herausragenden Sammlung des Museums.

Zeit: 22.11.2025, 11:00-12:30 Uhr
Ort: Museum der bildenden Künste, Katharinenstraße 10, 04109 Leipzig
Eintritt: frei, keine Anmeldung erforderlich

 

GedankenGang: „Was kann Kunst?“ am 22.11.2025 von 14:00 bis 16:00 Uhr

GedankenGang: „Was kann Kunst?“

Intergenerationelle Veranstaltung – auch für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet
mit dem Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar und dem Philosophen Dr. Florian Wobser

Der „GedankenGang“ lädt dazu ein, der Frage „Was kann Kunst?“ bei einen öffentlichen Denkspaziergang nachzugehen und sich darüber miteinander auszutauschen. Der Denkspaziergang beginnt an der Galerie für Zeitgenössische Kunst und führt entlang einiger Stationen bis zum Museum der Bildenden Künste.

Impulsgeber für das Gespräch unterwegs ist der Passauer Philosoph Florian Wobser, der mit konkretem Bezug auf die jeweiligen Stationen des Wegs und mit Bezug auf die dort befindlichen jeweiligen Kunstwerke einige Grundideen des berühmten Buches „Ästhetische Theorie“ von Theodor W. Adorno vorstellt und zum Dialog darüber einlädt. Für den GedankenGang braucht es keine philosophischen oder kunstwissenschaftlichen Vorkenntnisse – er will vielmehr neugierig machen auf das philosophische Nachdenken über Kunst heute.

Zeit: 22.11.2025, 14:00-16:00 Uhr
Start: Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Karl–Tauchnitz-Str. 9-11, 04107 Leipzig
Eintritt: frei, keine Anmeldung erforderlich

 

ABSCHLUSSVERANSTALTUNG

Mit Hannah Arendt über die Krisen der Gegenwart nachdenken und über die Kunst, Mensch zu bleiben am 04.12.2025 von 20:00 bis 22:00 Uhr

Denken in finsteren Zeiten - Mit Hannah Arendt über die Krisen der Gegenwart nachdenken und über die Kunst, Mensch zu bleiben – Eine Veranstaltung zu ihrem 50. Todestag

Abschluss des Festivals „Was wäre, wenn…?“ und der „Leipziger Woche des Philosophierens“

Intergenerationelle Veranstaltung – auch für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet
mit Dr. Jirko Krauß (Leipzig), Johanna Schön (Halle) und Friedrich Weißbach (Berlin)

Das Transformatorenwerk Leipzig lädt anlässlich des 50. Todestages Hannah Arendts zu einem besonderen Abend der Begegnung und gemeinsamen Diskussion ein – eine Reflexion über die Krisen der Gegenwart, Menschenrechte und Pluralität.

„Die Welt liegt zwischen den Menschen, und dies Zwischen […] ist heute Gegenstand der größten Sorge und der offenbarsten Erschütterung in nahezu allen Ländern der Erde.“

Hannah Arendt gilt heute als eine der bedeutendsten Philosophinnen des 20 Jahrhunderts. Selbst Opfer der Judenverfolgung im dritten Reich hat sie sich Zeit ihres Lebens mit der Entstehung und den Wirkweisen autoritärer und diskriminierender Herrschaftsordnungen auseinandergesetzt. Angesichts einer weltweit erstarkenden rechten Bewegung, einer wachsenden Zahl an Angriffen auf die Grundpfeiler unserer demokratischen Ordnung und einer zunehmend von Ressentiments überschatteten Debattenkultur erscheinen ihre Überlegungen zur Menschlichkeit, zur Freiheit und zum pluralen Miteinander heute aktueller denn je. Immer wieder referiert Arendt in Überlegungen dabei auf die Kunst und das Theater. So vergleicht sie den politischen Raum nicht nur mit einer Theaterbühne, auf dem das einzelne Individuum gleich einem Schauspieler auf den Brettern der Welt erscheint, sondern sieht in der Kunst die historische Grundlage für einen politischen Austausch.

Anlässlich ihres 50. Todesjahres wollen sich Dr. Jirko Krauß (Leipzig), Johanna Schön (Halle) und Friedrich Weißbach (Berlin) mit Arendts vielfältigen Überlegungen zur (Mit)Menschlichkeit, Freundschaft und Menschrechten in finsteren Zeiten auseinandersetzten. Wie kann man das Aufkommen autoritärer Strömungen erklären? Welche Folgen hat die politische Lage sowohl für einzelne Individuen als auch für die Gesellschaft? Warum wirken die Menschenrechte oft so nutzlos angesichts der globalen Entwicklungen? Und inwiefern können ausgerechnet die Künste dieser Entwicklung etwas entgegenstellen?

Zeit: 04.12.2025, 20:00-22:00 Uhr
Ort: Ost-Passage-Theater, Konradstraße 27, 04315 Leipzig
Eintritt: frei

 

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